Anton-Rupert Laireiter

Anton-Ruppert Laireiter

Prof. Dr. Anton-Rupert Laireiter
Dr. phil.

Persönliche Vorstellung

Professor für angewandte Klinische Psychologie, Psychotherapie und Gesundheitspsychologie, Universität Salzburg und Universität Wien.

Lehre in Klinischer Psychologie, Psychotherapie, Gesundheitspsychologie und Gerontopsychologie; Leiter Therapieambulanz am FB Psychologie, Universität Salzburg. Durchführung diverser Projekte zur Positiven Psychologie, Psychotherapie (Wirkfaktoren der Psychotherapie; MBCT) und Gerontopsychologie (Psychotherapie im Alter, Gerontopsychologie im Seniorenwohnheim, Gesundheitsförderung im höheren Alter). Dabei enge Zusammenarbeit mit der Seniorenabteilung des Magistrats der Stadt Salzburg und der Salzburger Gebietskrankenkasse

Schwerpunkte im Bereich der Positiven Psychologie: Ressourcenorientierung und Ressourcenförderung in Psychotherapie und Beratung, Gesundheitsförderung durch Positive Psychologie; Positive Psychotherapie; Evaluation und Wirksamkeitsforschung zu positiv psychologischen Interventionen; Positive Psychologie im höheren Lebensalter

Beruflicher Schwerpunkt

Professor für angewandte Klinische Psychologie, Psychotherapie, Gesundheitspsychologie und Gerontopsychologie; praktisch tätig als Klinischer Psychologe in Diagnostik, Therapie und Gesundheitsförderung; universitäre und außeruniversitäre Lehre; Leiter Therapieambulanz am FB Psychologie

Samstag
12:00 bis 13:00
L116
Vortrag
Forschung

Glückscoaching - Seminare zur Förderung von Wohlbefinden und positiven Emotionen bei jüngeren und älteren Erwachsenen

Es werden zwei Coaching-Seminare vorgestellt, eines für (jüngere) Erwachsene und eines speziell für eine höhere Altersgruppe. Letzteres wurde z.T. aus dem ersten heraus entwickelt. Das Ziel beider ist die Förderung von Wohlbefinden, Lebensqualität, Sinnhaftigkeit im Leben sowie die Fokussierung positiver Beziehungen im Alltag. Beide basieren u.a. auch auf der PERMA-Theorie von Seligman.

Beide sind als psycho-edukative Coaching-Seminare angelegt, in denen ausgehend von der Erarbeitung individueller Wohlbefindensmodelle über verschiedene Interventionen positive Emotionen und Wohlbefinden sowie aktives Engagement und Sinn im Leben und positive Beziehungen gefördert und entwickelt werden. Zusätzlich werden persönliche Ressourcen exploriert und dysfunktionale Überzeugungen bezgl. Wohlbefinden und Glück reflektiert und modifiziert.

Zur Überprüfung der Wirksamkeit wurden zwei quasiexperimentelle Studien durchgeführt. An der ersten nahmen 84 Erwachsene (je 42 in der Interventions- und Kontrollgruppe; ca. die Hälfte wies leichte depressive Verstimmungen auf) teil, an der zweiten 24 Personen höheren Alters.

Die Ergebnisse beider Studien sind sehr positiv und zeigen, dass die Seminare zu einer Verbesserung der positiven Emotionalität und des Wohlbefinden und einer Reduktion depressiver Befindlichkeiten beitragen. Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass im ersten Seminar auch das Selbstwertgefühl, die persönlichen und sozialen Ressourcen und das subjektive Sinnerleben verbessert werden konnten. Als besonders interessant und vielversprechend zeigte sich, dass die Effekte bei denjenigen Teilnehmern höher waren, die zu Beginn des Trainings depressiver waren.

In beiden Studien wurde auch die Stabilität der Effekte zwischen 1 und 8 Monaten geprüft. Für die Kernbereiche (Wohlbefinden, positive Emotionen, Selbstwert) konnte diese nachgewiesen werden. Der Vergleich der beiden Interventionen legt nahe, dass eine höhere Intensität der Intervention auch mit stärkeren Effekten einhergeht.

Samstag
12:00 bis 13:00
L116
Vortrag
Forschung

Positive Psychotherapie und Kognitive Verhaltenstherapie in der Behandlung depressiver Störungen im Vergleich eine randomisierte kontrollierte Studie

Linda Furchtlehner

Die Positive Psychotherapie (PPT) stellt einen Versuch dar, die Prinzipien der Positiven Psychologie auf psychische Störungen anzuwenden. Seit ihrer Entwicklung in den frühen 2000er Jahren (Seligman et al., 2006) wurde sie mehrmals hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft und zweimal überarbeitet. In dem Beitrag wird über eine größer angelegte randomisierte kontrollierte Studie der leicht modifizierten ersten Version der PPT berichtet.

Die PPT basiert auf einer Vorversion des PERMA-Modells von Seligman und zielt nicht auf die direkte Symptomreduktion ab, sondern forciert den Aufbau von Positivität, Charakterstärken, Engagement, Sinn etc. Sie  besteht aus 14 Sitzungen, in denen die einzelnen Themen (z.B. Charakterstärken, Signaturstärken, Dankbarkeit und Vergebung, Wachstum, Hoffnung und Optimismus, Genießen und Altruismus) nach einem Dreischritt (Psychoedukation, Übung in der Gruppe und Hausaufgaben) behandelt werden. Begleitend wird ein „Glücks- und Dankbarkeitstagebuch“ geführt.

Da diverse Vorstudien die grundsätzliche Wirksamkeit dieses Ansatzes belegt haben, haben wir uns entschieden, die PPT mit einer nachweislich wirksamen Therapie (KVT) bei mittelgradig Depressiven zu vergleichen. Dazu wurde an zwei Zentren (Salzburg, Linz) eine randomisierte kontrollierte Studie mit insgesamt 80 Personen (jeweils 40 PPT und KVT), die hinsichtlich ihrer Störung einer strengen Selektion unterzogen worden sind, durchgeführt. Über den kurzfristigen Effekt nach Beendigung der Therapie sollte auch dessen mittel- (6 Monate) und langfristige (18 Monate) Stabilität geprüft werden.

Die Ergebnisse der ersten Auswertung (Prä-Post-Vergleich) sind überraschend. Die PPT erwies sich nicht, wie erwartet, der KVT gegenüber als gleich wirksam, sondern sie überbot vor allem in den primären Outcomes (Depressivität, Wohlbefinden) die KVT mit hohen Effektstärken bei weitem. Aber auch in den sekundären Outcomes (allgemeine psychische Belastetheit, psychische Auffälligkeiten etc.) war sie der KVT überlegen.