Christian Schieren

Christian Schieren
M.Sc. Applied Positive PsychologyB.A. Arbeitsmarktmanagement

Organisation

Freiberufler

Persönliche Vorstellung

Über 2.500 Stunden Erfahrung in der Beratung von Menschen zu Beruf und Beschäftigung zeigen: Der Wunsch nach einer erfüllten Berufslaufbahn nimmt ebenso zu wie das Interesse daran, sein Potenzial in sinnvollen Aufgaben zu verwirklichen. Darum verfolge ich das Ziel, Ansatz, Theorie und Praxis der Berufs- und Laufbahnberatung mit den Erkenntnissen der Positiven Psychologie zu bereichern. Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen die Einsicht, den Mut und die Fähigkeiten entwickeln, die es braucht, um dank eines positiven Arbeitslebens zu insgesamt mehr Glück finden.

Beruflicher Schwerpunkt

Karriereberatung und Coaching

Berufsrelevante Abschlüsse

Coach (univ.)

Sonntag
11:15 - 12:15
Raum 1
Vortrag
Karriere und Lebenswege

Karrieregestaltung als Mission: Berufungen in erwerbsbiografischen Transitionen – ein Blick auf die Forschung

Um berufliche Umbrüche zu meistern, braucht es gemäß traditionellen Laufbahntheorien die Fähigkeit, sein Selbstkonzept zu verstehen und es immer wieder sowohl den Lebensumständen als auch den persönlichen Neigungen anzupassen (Maree, 2017). Das scheint besonders für Menschen zu gelten, für die Arbeit ein zentraler Bestandteil ihres Lebensinhalts ist, weil sie sich durch sie mit einem höheren (guten) Zweck verbunden fühlen und dadurch Sinn erleben, kurz: die eine Berufung empfinden (Duffy & Dik, 2013). Umfangreiche Forschung zeigt, dass diese Menschen im Allgemeinen von Ihrer Lebenseinstellung profitieren. Sie weisen höhere Arbeits- und Lebenszufriedenheit auf sowie ein höheres Gefühl von Sinn im Leben und bei der Arbeit; vorausgesetzt allerdings, sie können Ihre Berufung auch ausleben (Duffy, England, Douglas, Autin & Allan, 2017). Ansonsten drohen negative Emotionen wie Leere oder Stress. Zwischen Ausbildung und Beruf, bei Job- und Karrierewechsel, beim Übergang in die Rente – dieser Beitrag beleuchtet erstens anhand von theoretischen Überlegungen und Ergebnissen empirischer Forschung die Rolle einer Berufung bei erwerbsbiografischen Übergängen, in denen Menschen aufgrund ihrer Umstände mal mehr und mal weniger die Chance gegeben ist, ihre Berufung auszuleben. Er stellt zweitens Ergebnisse einer im Jahr 2017 selbst-durchgeführten interpretativen phänomenologischen Analyse vor, die auf der Grundlage qualitativ erhobener Daten eines deutschen Samples exploriert hat, wie eine Berufung den Übergang in die Rente und die Anpassung an das Leben als Renter/in beeinflusst. Es zeigt sich zusammenfassend, dass eine Berufung auch außerhalb des Arbeitslebens Ressourcen eröffnet: Sie bietet zum Beispiel Orientierung bei Entscheidungen, setzt Motivation und Energie frei und hält ein positives Selbstbild aufrecht. Der Beitrag ist besonders für diejenigen interessant, die in Forschung und Praxis der Arbeitsmarkt- und Laufbahnberatung arbeiten, Menschen bei ihrer Studien- und Berufswahl begleiten, selbst vor dem Renteneintritt stehen oder in sich selbst eine Berufung spüren.