Sasha Blickhan

Sasha Blickhan
MSc, MA, MA oxon.

Organisation

Inntal Institut

Persönliche Vorstellung

In Forschung und Anwendung der Positiven Psychologie geht es für mich darum, verstehbar, lernbar und erfahrbar zu machen, was zu einem erfüllten Leben beitragen kann. Diese Frage beschäftigt jeden Menschen persönlich – und die Menschheit selbst schon seit Jahrtausenden.
Aus meinen Studien der Philosophie und der Positiven Psychologie in Oxford, London und Cambridge habe ich die Faszination für interdisziplinäre Fragestellungen mitgenommen, die ich auch in meiner Promotion erforsche.
Als Trainerin begeistert mich, Menschen beim Finden ihrer eigenen Fragen und Antworten zu unterstützen und Freude und Interesse an der Positiven Psychologie zu inspirieren, zu teilen und immer wieder neu zu entdecken.

Beruflicher Schwerpunkt

Trainerin, Forscherin (Philosophie und Psychologie)

Berufsrelevante Abschlüsse

Zertifizierte Trainerin DACH-PP & DVNLP
Systemische Beraterin

Samstag
16:00 - 17:00
Raum 1
Vortrag
Forschung

Werden VIA-Stärken universell als Stärken eingeschätzt?

Die VIA-Klassifikation (Peterson & Seligman, 2004) definiert Charakterstärken als messbare Eigenschaften, die kulturübergreifend als moralisch wertvoll und erstrebenswert angesehen werden, zu gelingendem Leben beitragen und auf andere erhebend wirken. Die Messbarkeit von Charakterstärken und ihr Zusammenhang mit Wohlbefinden, Arbeits- und Beziehungszufriedenheit und anderen Nutzen für das Individuum sind vielfach belegt. Der universell anerkannte moralische Wert von Stärken, den die Autoren als zentral für die Definition von Charakterstärken betonen, wurde hingegen bisher erst in einer einzigen Studie (Biswas-Diener 2006) erforscht, für deren interkulturelle Stichprobe nur wenig präzise Messmethoden verwendet werden konnten. Als weiterer Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke wurde hier untersucht, wie exemplarische Beschreibungen von VIA-Stärken auf Beobachter wirken.

443 Personen aus 46 Ländern beantworteten online zu je vier zufällig ausgewählten, jeweils aus VIA-IS-Items formulierten Beschreibungen von Charakterzügen in 29 Items mit 5-Punkte-Skalen, wie erstrebenswert und moralisch wertvoll die beschriebene Eigenschaft sei, wie ihre Beobachtung sich emotional auswirken könnte und wie gut die Beschreibung die jeweilige VIA-Stärke beispielhaft definiere.

Im Mittel erzielten 17 von 24 Stärken mindestens eingeschränkte Zustimmung („somewhat agree“, M>3.5) hinsichtlich Wert und erhebender Wirkung. Für alle VIA-Stärken außer Spiritualität wurde zugestimmt, dass sie dem Namen nach Charakterstärken oder Tugenden seien.
Mittelwerte und Varianz der Ratings legen Zweifel an der universellen Zustimmung für die VIA-Definition beispielsweise von Teamwork, Vorsicht und Mäßigung nahe.

Mittels multivariater Kovarianzanalyse wurden Prediktoren für die Bewertungen untersucht. Den stärksten Effekt hatte der Faktor, wie sehr Teilnehmer sich selbst in Beschreibungen wiedererkannten (η2=.316, p<.001), gefolgt von Unterschieden zwischen Stärken (η2=.057, p<.001). Demographische Kontrollvariablen hatten entweder unsignifikante oder sehr kleine Effekte, was auf einen geringen Einfluss inter- bzw. interkultureller Faktoren hindeutet. Positive Emotion und moralische Bewertung korrelierten hoch miteinander, alle anderen Ratingskalen gering bis mäßig. Positive Emotion vermittelte als Mediator zwischen Identifikation und Wert.