Samstag 12:00 bis 13:00 Uhr
Raum: L116

Themengruppe: Forschung

 

 

 

Positive Psychotherapie und Kognitive Verhaltenstherapie in der Behandlung depressiver Störungen im Vergleich eine randomisierte kontrollierte Studie

Positive Psychotherapie und Kognitive Verhaltenstherapie in der Behandlung depressiver Störungen im Vergleich eine randomisierte kontrollierte Studie

Linda Furchtlehner

Die Positive Psychotherapie (PPT) stellt einen Versuch dar, die Prinzipien der Positiven Psychologie auf psychische Störungen anzuwenden. Seit ihrer Entwicklung in den frühen 2000er Jahren (Seligman et al., 2006) wurde sie mehrmals hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft und zweimal überarbeitet. In dem Beitrag wird über eine größer angelegte randomisierte kontrollierte Studie der leicht modifizierten ersten Version der PPT berichtet.

Die PPT basiert auf einer Vorversion des PERMA-Modells von Seligman und zielt nicht auf die direkte Symptomreduktion ab, sondern forciert den Aufbau von Positivität, Charakterstärken, Engagement, Sinn etc. Sie  besteht aus 14 Sitzungen, in denen die einzelnen Themen (z.B. Charakterstärken, Signaturstärken, Dankbarkeit und Vergebung, Wachstum, Hoffnung und Optimismus, Genießen und Altruismus) nach einem Dreischritt (Psychoedukation, Übung in der Gruppe und Hausaufgaben) behandelt werden. Begleitend wird ein „Glücks- und Dankbarkeitstagebuch“ geführt.

Da diverse Vorstudien die grundsätzliche Wirksamkeit dieses Ansatzes belegt haben, haben wir uns entschieden, die PPT mit einer nachweislich wirksamen Therapie (KVT) bei mittelgradig Depressiven zu vergleichen. Dazu wurde an zwei Zentren (Salzburg, Linz) eine randomisierte kontrollierte Studie mit insgesamt 80 Personen (jeweils 40 PPT und KVT), die hinsichtlich ihrer Störung einer strengen Selektion unterzogen worden sind, durchgeführt. Über den kurzfristigen Effekt nach Beendigung der Therapie sollte auch dessen mittel- (6 Monate) und langfristige (18 Monate) Stabilität geprüft werden.

Die Ergebnisse der ersten Auswertung (Prä-Post-Vergleich) sind überraschend. Die PPT erwies sich nicht, wie erwartet, der KVT gegenüber als gleich wirksam, sondern sie überbot vor allem in den primären Outcomes (Depressivität, Wohlbefinden) die KVT mit hohen Effektstärken bei weitem. Aber auch in den sekundären Outcomes (allgemeine psychische Belastetheit, psychische Auffälligkeiten etc.) war sie der KVT überlegen.

Linda Furchtlehner

Die Positive Psychotherapie (PPT) stellt einen Versuch dar, die Prinzipien der Positiven Psychologie auf psychische Störungen anzuwenden. Seit ihrer Entwicklung in den frühen 2000er Jahren (Seligman et al., 2006) wurde sie mehrmals hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft und zweimal überarbeitet. In dem Beitrag wird über eine größer angelegte randomisierte kontrollierte Studie der leicht modifizierten ersten Version der PPT berichtet.

Die PPT basiert auf einer Vorversion des PERMA-Modells von Seligman und zielt nicht auf die direkte Symptomreduktion ab, sondern forciert den Aufbau von Positivität, Charakterstärken, Engagement, Sinn etc. Sie  besteht aus 14 Sitzungen, in denen die einzelnen Themen (z.B. Charakterstärken, Signaturstärken, Dankbarkeit und Vergebung, Wachstum, Hoffnung und Optimismus, Genießen und Altruismus) nach einem Dreischritt (Psychoedukation, Übung in der Gruppe und Hausaufgaben) behandelt werden. Begleitend wird ein „Glücks- und Dankbarkeitstagebuch“ geführt.

Da diverse Vorstudien die grundsätzliche Wirksamkeit dieses Ansatzes belegt haben, haben wir uns entschieden, die PPT mit einer nachweislich wirksamen Therapie (KVT) bei mittelgradig Depressiven zu vergleichen. Dazu wurde an zwei Zentren (Salzburg, Linz) eine randomisierte kontrollierte Studie mit insgesamt 80 Personen (jeweils 40 PPT und KVT), die hinsichtlich ihrer Störung einer strengen Selektion unterzogen worden sind, durchgeführt. Über den kurzfristigen Effekt nach Beendigung der Therapie sollte auch dessen mittel- (6 Monate) und langfristige (18 Monate) Stabilität geprüft werden.

Die Ergebnisse der ersten Auswertung (Prä-Post-Vergleich) sind überraschend. Die PPT erwies sich nicht, wie erwartet, der KVT gegenüber als gleich wirksam, sondern sie überbot vor allem in den primären Outcomes (Depressivität, Wohlbefinden) die KVT mit hohen Effektstärken bei weitem. Aber auch in den sekundären Outcomes (allgemeine psychische Belastetheit, psychische Auffälligkeiten etc.) war sie der KVT überlegen.