2. Kongress des Deutschsprachigen Dachverbands für Positive Psychologie in Nürnberg

Samstag, 22. September 2018 - 9:00 bis Sonntag, 23. September 2018 - 17:00

Die Präsentationen der ReferentInnen finden Sie nun auch online im Mitgliederbereich. Ein Kurzbericht ist in Arbeit.

Unter Schirmherrschaft von Prof. Karl-Heinz Ruckriegel, TH Nürnberg, fand vom 22.-23.09.2018 der zweite Kongress des DACH-PP an der Technischen Hochschule Nürnberg, Bahnhofstr. 87 statt. Ein spannendes Programm aus Keynotes, Vorträgen und Workshops zeigte, wie lebendig die Positive Psychologie im deutschsprachigen Raum ist.

Das waren die Keynotes:

Prof. Dr. Karl-Heinz Ruckriegel zum Thema: "Glücksforschung - Erkenntnisse und Konsequenzen für Politik und Wirtschaft".
Die Ergebnisse der interdisziplinären Glücksforschung sind gerade dabei, eine Epochenwende herbeizuführen: weg vom Denken in Kategorien des Wirtschaftswachstums, hin zum Denken in den Kategorien eines „besseren Lebens“. Es geht nicht mehr um eine Erhöhung des Einkommens, sondern um eine Steigerung der Lebensqualität, die zu einer Erhöhung des subjektiven Wohlbefindens führt, und beides sind zwei ganz verschiedene Dinge: Mehr Einkommen macht uns nicht (mehr) glücklich(er). Politik und Unternehmen sind aufgefordert, die Voraussetzungen für ein gelingendes Leben zu verbessern.

Bei der Politik geht es um einen Übergang zu einem bereiteren Indikatoren- bzw. Zielsystems, das letztlich direkt darauf zielt, über Verbesserungen bei Bildung, Gesundheit, Arbeit, etc. (siehe hierzu im Einzelnen etwa den Better-Life-Index der OECD) zu mehr Wohlbefinden zu kommen. Unternehmen können (besser müssen vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung) maßgeblich an der Art der Personalführung (hier geht es ganz grundlegend um Führungsethik in Sinne der "Goldenen Regel" und um Soziale Kompetenz), der Arbeitsplatzgestaltung und -organisation und einer lebbaren Work-Life-Balance arbeiten.

Lesen Sie dazu auch den aktuellen Artikel von Prof. Ruckriegel.

 

Prof. Dr. Judith Glück spricht über das Thema " Weisheit und Glück: Warum das nicht dasselbe ist".

Sind weise Menschen glücklich? Das ist vermutlich der Fall. Aber sind alle glücklichen Menschen auch weise? Das wohl eher nicht... Der Grund dafür ist, dass die Entwicklung von Weisheit eine (selbst)reflektive Grundhaltung erfordert, die das Leben nicht immer leichter macht. Im Vortrag diskutiere ich anhand des MORE Life Experience Model (Glück & Bluck, 2013), wie sich Weisheit entwickelt und warum weisheitsbezogene psychosoziale Ressourcen das unmittelbare Wohlbefinden manchmal nicht unbedingt positiv beeinflussen.

 

Prof. Dr. Willibald Ruch spricht über "Ein Eckpfeiler der Positiven Psychologie: Erforschung und Anwendung von Charakterstärken".
Wie ist das Verhältnis von Charakter und Persönlichkeit—wie unterscheiden sie sich? Auf welcher Grundlage wurde das Modell des Charakters von Peterson und Seligman (2004) entwickelt und wie gut ist es validiert? Wie ist das Verhältnis von Stärken und Tugenden? Wie kann man sie erfassen und welche Instrumente sind für welche Frage sinnvoll? Sie sind Signaturstärken definiert und welche Rolle spielen sie? Welche der 2004 ausgestellten Postulate sind belegt und wo besteht Forschungsbedarf. Welche Belege gibt es für das Postulat, dass Charakterstärken Erfüllungen ermöglichen, die das gute Leben es ausmachen? Wie kann man mit Stärken in der Praxis arbeiten und trainieren? Diese und ähnliche Themen werden in dem Referat behandelt und eine Vorschau auf mögliche Anpassungen des Modells und das Handbuches gegeben.

 

John DennisProf. Dr. Dennis T. John spricht über das Thema "Positive Psychologie & eHealth – digitales Assessment und digitale Interventionen in der Positiven Psychologie".

Lassen sich etablierte Konstrukte der Positiven Psychologie wie Flow-Erleben oder Optimismus in Online-Studien messgenau erheben? Eignen sich Smartphones für Interventionen der Positiven Psychologie wie beispielsweise achtsamkeitsbasierte Übungen? Der Vortrag geht auf Möglichkeiten zur digitalen Erhebung von positiv-psychologischen Konstrukten ein und stellt technische Lösungen zur digitalen Umsetzung von positiv-psychologischen Übungen vor. Die Chancen des Einsatzes von eHealth-Lösungen für Trainer, Berater und Anwender in der Positiven Psychologie werden diskutiert.

 

Prof. Dr. Rüdiger Reinhardt Prof. Dr. Rüdiger Reinhardt spricht über das Thema "Psychologisches Kapital: Warum sich die Positive Psychologie für Organisationen und Personen gleichermaßen lohnt".

Das Konzept des Psychologischen Kapitals ist nicht nur eines der am besten überprüften Positivkonzepte an der Schnittstelle zwischen Organisation und Individuum, sondern auch eines, das mit einem hohen Maß an Effektivität verbunden ist. Daher ist es überraschend, dass dieses Konzept in Deutschland, ja sogar in Europa nahezu unbekannt ist. Was versteht man also unter „Psychologischem Kapital“?

Das Konzept des Psychologischen Kapitals besteht aus den folgenden vier Dimensionen:

(a) Selbstwirksamkeitserwartung: Man ist von den eigenen Fähigkeiten überzeugt;
(b) Hoffnung: Man hält an gesteckten Zielen fest;
(c) Optimismus: Man blickt zuversichtlich in die Zukunft und glaubt an seinen Erfolg und
(d) Resilienz: Man bewältigt Probleme und überwindet Hürden.

Für Organisationen ist relevant, dass dieses „Psychologische Kapital“ mit einer Vielzahl von individuellen und organisationalen Leistungskriterien in Verbindung steht und somit als wichtiger Treiber für Unternehmenserfolg aufgefasst werden kann. Analoges gilt für den Zusammenhang mit psychischer Gesundheit – die Entwicklung des Psychologischen Kapital kann daher in der betrieblichen Prävention eingesetzt werden. Besonders bedeutsam ist aber, dass sich das Psychologische Kapital von Organisationsmitgliedern vergleichsweise einfach beeinflussen bzw. entwickeln lässt. Dies gelingt einerseits über entsprechende „Mikro-Interventionen“, andererseits über entsprechendes Führungsverhalten sowie im Rahmen von Selbstmanagementaktivitäten.
Das Konzept des Psychologisches Kapitals bietet vor diesem Hintergrund interessante Perspektiven für Akteure im Organisationsbereich, denen nicht nur an Leistung, sondern auch an der Berücksichtigung individueller Stärken und positiver Emotionen gelegen ist. Dies Nutzenpotenziale dieses Ansatzes werden anhand geeigneter Studien, Interventionen und Erfahrungen vorgestellt und diskutiert.

Hier sehen Sie die aktuelle Übersicht: zu den Beiträgen

Download des Kongressflyers

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Kongress 2018

Stimmen von Referenten und Teilnehmer/innen

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